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Malteser Osnabrück

Hospizdienst-Jubiläumsfest: "Malteser sind Reisebegleiter!"

19.10.2019
Das Tanztheater „Siris Reise“ begeisterte
Die „Chuchies“ gestalteten den Gottesdienst
Malteser in ihrem Jubiläums-Shirt
Dennis Fahlenkamp sorgte für Stimmung
Maria von Boeselager überreichte ein Geschenk des Diözesanverbandes
Was kommt in den letzten Koffer?
Ein Sarg wird mit letzten Wünschen und Bildern bemalt
Ein Exponat der Schüler
Beeindruckende Gesänge und Kostüme
Silke Meier-Sudmann (am Mikro) bedankt sich bei Autorin Karin Grabenhorst - Fotos: Ulrich Brakweh

Twistringen. Der ambulante Hospizdienst der Malteser Twistringen feierte am 19. Oktober rund um die Kirche St. Anna sein 25-jähriges Bestehen. Ein beeindruckendes Tanztheater und vielfältige Erlebnisstationen nahmen die Besucher mit auf eine Reise zu den Themen Leben, Sterben und Trauer.

Zum Auftakt hatten die Malteser zu einem ökumenischen Gottesdienst eingeladen, der von den Ehrenamtlichen und dem Kirchenchor ‚Die Churchies‘ mitgestaltet wurde. „Jesus selbst ist der Weg ins Himmelreich. Er begleitet uns und so begleiten auch die Hospizhelferinnen und -helfer Sterbende auf ihrem letzten Weg“, würdigte Pfarrer Joachim Kieslich das Wirken der Malteser. Dazu passte auch der Impuls, der als Visitenkarte verteilt wurde: „Wir sind alle Engel mit einem Flügel. Wir können nur fliegen, wenn wir einander umarmen!“

Zum Empfang im Gemeindehaus, begrüßte das Organisationsteam um Koordinatorin Silke Meier-Sudmann rund 100 geladene Gäste, darunter die Gründungsmitglieder Erika Thoben und Maria Rolappe. Das Team der aktuellen Ehrenamtlichen war an T-Shirts mit einem Engel und dem Schriftzug „Reiseleiter“ erkennbar. Ihnen galt der erste Dank für ihren Einsatz in der Sterbebegleitung, Palliativberatung, im Trauercafé, in Schulprojekten sowie in der Vorbereitung des Jubiläumsfestes.

Volker Meyer betonte als stellvertretender Landrat in seinem Grußwort die zunehmende Bedeutung der Hospizarbeit aufgrund des demografischen Wandels. Dazu hätten auch der Landkreis und die Pflegekassen in den letzten Jahren wichtige Beiträge geleistet. Gert Klaus, Vorsitzender des Hospiz- und Palliativverbandes Niedersachsen, ergänzte, dass der Gesetzgeber Rahmenbedingungen für die medizinische Versorgung schaffen kann, die wichtige Akzeptanz der hospizlichen Hilfen jedoch durch die Ehrenamtlichen erreicht werde.

Bürgermeister Jens Bley nahm nach einem persönlichen Erlebnis mit seiner Tochter Bezug zum Slogan der Malteser: „…weil Nähe zählt.“ stehe in traurigen Situationen für die Menschlichkeit der Hilfsorganisation. „Ich bedanke mich hochachtungsvoll im Namen aller Bürgerinnen und Bürger.“ Ein Geschenk der Stadt wurde von der Seniorenbeauftragten Anke Döpkens überreicht. Anschließend bedankte sich Diözesanoberin Maria Freifrau von Boeselager im Namen aller Malteser im Bistum Osnabrück für die auch für andere Ortsverbände vorbildliche Arbeit im Ehren- und Hauptamt.

Das Festprogramm wurde durch humorvolle Einlagen der als Reiseleiterin aktiven Clownin ‚Augusta Luise‘, alias Petra Gehrmann, unterbrochen. Gitarrist Dennis Fahlenkamp brachte die Gäste durch Stücke wie "Stand by me", „Halleluja“ und „It’s my life“ zum Mitsingen und Nachdenken. Tanja Kaiser und ihre Trommelgruppe aus Bassum untermalten den Café-Nachmittag.

An den im Haus verteilten Erlebnisstationen konnten sich die Gäste über die Aufgaben des Hospizdienstes informieren, einen symbolischen Koffer für die letzte Reise packen, Karten mit Hospizgedanken verschicken, einen Sarg bemalen und Malteser-Honiggläser mit Wünschen beschriften.

Schülerinnen und Schüler der 10. Klassen des Twistringer Gymnasiums präsentierten selbst gestaltete Bilder, Texte, Kerzen sowie ein Stop-Motion- und Lege-Video zur Frage „Kennst du den Weg zur Ewigkeit?“ Diese Exponate wurden vor einigen Wochen im Rahmen mehrerer Projekttage mit der Autorin Karin Grabenhorst erarbeitet. Sie hatte vor 10 Jahren, basierend auf eigenen Erfahrungen, das Buch „Siris Reise“ herausgebracht und ein Tanztheaterstück geschrieben, das extra anlässlich des Jubiläums in Twistringen neu aufgeführt wurde.

Der „Lerchen“-Chor und ein kleines klassisches Orchester aus Neuenkirchen bei Bremen erreichten vor über 200 Zuschauern in der Kirche mit ihrem 100-minütigen Stück, wechselnden Kostümen und emotionalen Lichtinstallationen fast schon Musical-Niveau.

Zur Geschichte: Die kleine Seele Siri sucht den Weg zur Ewigkeit. Begleitet vom Wind trifft sie auf ihrer Reise durch die Elemente auf den Ozeanfisch, die Wüstenblume, den Feuervogel und die Sternschnuppe – alle mit spannenden Fragen unterwegs, die sie aus ihrem Leben mitbringen. So kommen sie mit dem Wind zum Ginkgo-Baum, der als Sinnbild für das Leben und den Frieden auf der Erde steht. Es war der erste Baum, der nach dem Atombombenangriff auf Hiroshima wieder ausschlug. Während ihrer Reise finden Siri und ihre Gefährten überraschende Antworten auf die Fragen, entdecken die beiden Seiten der Ewigkeit und erfahren, dass manche Fragen auch offenbleiben.

Offen blieb nicht die Frage nach dem Erfolg der Veranstaltung. Silke Meier-Sudmann bedankte sich abschließend bei allen Mitwirkenden und den Gästen, die statt Eintritt eine Spende für die Hospizarbeit hinterlassen hatten.

Die Malteser freuen sich auf weitere Interessierte, die sich in der Sterbe- und Trauerbegleitung engagieren möchten. Für 2020 ist ein neuer Vorbereitungskurs erneut in Zusammanarbeit mit der Hospizgruppe Bassum geplant.

Information unter 04243/9703005.

Nachbericht Kreiszeitung

Interview Kirchenbote mit einem Hospizhelfer

Interview Weser-Kurier mit Karin Grabenhorst

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