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Malteser Osnabrück

Flüchtlingshilfe

Vielfältige Nothilfe und dauerhafte Integration

Die Flüchtlingshilfe ist eine neue dauerhafte Malteseraufgabe

Seit Ende September 2015 engagieren sich die Malteser der Diözese Osnabrück in der Flüchtlingshilfe. Nach der kurzfristigen Einrichtung von Notunterkünften, die mittlerweile mangels Auslastung wieder geschlossen wurden, folgen nun bedarfsgerechte lokale Einsätze unserer ehrenamtlichen Ortsgliederungen.

Anfang September 2015 unterstützten 47 ehrenamtliche Katastrophenschutzkräfte der Diözese Osnabrück den Aufbau einer Notunterkunft in Celle mit Zelten, Feldbetten sowie einer Feldküche zur Verpflegung der Helfer.

Ende September 2015 wurde der Diözesanverband vom niedersächsischen Innenministerium beauftragt, die erste Notunterkunft auf eigenem Gebiet einzurichten. Vier ehemalige Bundeswehrgebäude, freigestellt außerhalb der „Masch Kaserne“ in Diepholz, wurden in wenigen Tagen durch ehrenamtliche Einsatzkräfte für den Betrieb mit maximal 400 Personen vorbereitet.

Seit dem 16. Oktober befand sich die mittlerweile „Haus Malta“ getaufte Einrichtung mit wechselnden Ehrenamtlichen und zwischenzeitlich eingestellten Hauptamtlichen im Regelbetrieb. Ehrenamtliche Ärzte der Malteser Migranten Medizin Osnabrück engagierten sich bei Erstuntersuchungen. Fachkräfte kümmerten sich um die sozialpädagogische Betreuung. Eine Gruppe heimischer Friseure bot ehrenamtliche Dienste an. Bürgerinnen und Bürger halfen freiwillig in der Küche und Kleiderausgabe.

Über die Volkshochschule wurden Deutschkurse angeboten. Immer öfter hörte man „Guten Tag. Ich heiße...“ oder ein freundliches „Moin!“ 40 Prozent der derzeit in der Spitze über 300 Flüchtlinge kamen aus Syrien, 30 Prozent aus Afghanistan, 18 Prozent aus dem Iran, eine kleine Gruppe aus Pakistan. 70 Prozent waren allein reisende Männer, 30 Prozent Familien.

„Das Klima zwischen unseren Gästen war stets gut“, sagt Rainer Scherer, Leiter der Unterkunft. "Wir konnten uns auch über die laufende Unterstützung der Bundeswehr, des Technischen Hilfswerkes, des Deutschen Roten Kreuzes und der Behörden freuen."

Bis zur Schließung im Mai 2016 wurden in acht Monaten 1.400 Flüchtlinge aufgenommen. Über 100 Ehrenamtliche aus der Bevölkerung sowie aus Vereinen und Verbänden leisteten handwerkliche Unterstützung in der Bauphase, halfen bei der Ausgabe von Hilfsgütern und Verpflegung und trugen mit ersten Schulungs- und Freizeitangeboten zur Integration bei.

In Osnabrück wurde von Oktober 2015 bis Februar 2016 eine zweite Notunterkunft, das "Haus Johannes", im ehemaligen Finanzamt-Land für bis zu 500 Personen in Trägerschaft der Malteser aufgebaut. Die personellen und baulichen Maßnahmen, unterstützt durch 60 Ehrenamtliche unserer kreisweiten Ortsgliederungen, wurden durch den Hausleiter und früheren Diözesanleiter Norbert Wemhoff organisiert.

Die Notunterkunft wurde am 14. Februar 2017 ebenfalls geschlossen. „Insgesamt waren seither 566 Flüchtlinge mit 21.216 Übernachtungen zu Gast. Die Tageshöchstbelegung lag bei 253 Personen. Darunter waren viele Familien mit Kindern aus insgesamt 26 Nationen, vom Balkan über den Nahen und Fernen Osten bis zu Afrika. Sie wurden von 27 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern betreut“, resümierte Hausleiter Matthias Hülsmann, der in den letzten Monaten das Amt von Norbert Wemhoff übernommen hatte.

Die Malteser freuten sich über die gute Zusammenarbeit mit dem Marienhospital (Verpflegung), der Pfarreiengemeinschaft Osnabrück-Süd (Kleiderkammer), der Flüchtlingshilfe Rosenplatz (Fahrradwerkstatt), dem Exil e.V. (Wochenendprogramm für Kinder), dem Café Mandela, dem TSV Osnabrück (Sportangebote), der Zenit Boul-derhalle und dem Präventionsteam der Polizei (Fahrradkurse). Ehrenamtliche Ärzte der Malteser Migranten Medizin engagierten sich in hausärztlichen Sprechstunden. Außerdem gab es zahlreiche Sachspenden, Spielzeug von der AWIGO, ein Weihnachtskonzert der Musikschule und eine Weihnachtspäckchenaktion des Hümmling-Gymnasiums Sögel.

Der "Mobile Einkaufswagen" der Malteser Alfhausen fährt Flüchtlinge wöchentlich zum Einkaufen.

Die Malteser Bramsche fahren regelmäßig Hilfsgüter in die Landesaufnahmestelle Bramsche-Hesepe.

Die Malteser Lingen engagierten sich mit Fahrdiensten für Flüchtlingsfamilien.

In Sögel wurden mit Unterstützung der Malteser aus Lingen und Papenburg die Einrichtung und der Sanitätsdienst in einer für mehrere Wochen zur Notunterkunft für 150 Flüchtlinge umfunktionierten Turnhalle sichergestellt.
Das seit 10 Jahren bestehende „Hümmlinger Kleiderstübchen“ der Malteser Sögel bittet nicht nur für die Flüchtlinge um Winterkleidung für Jugendliche, Männer und Kinder. Die Malteser kooperieren mit dem Krisenstab Flüchtlingshilfe des Landkreises Emsland und beliefern auf Nachfrage auch die Notunterkünfte.

Im Landkreis Leer leisteten die Malteser Bockhorst/Rhauderfehn den Sanitätsdienst in der Notaufnahmestelle der berufsbildenden Schulen Leer.

In Aurich wurde mit Hilfe der Malteser ein Gebäude der Pfarreiengemeinschaft für eine Flüchtlingsfamilie umgebaut.

Die Malteser Wallenhorst wurden im März 2016 von der Gemeinde mit der Betreuung der Flüchtlinge und Asylsuchenden sowie der Durchführung des Pfortendienstes in der Jugendfreizeitstätte „Hollager Mühle“ (Foto) beauftragt. Die kommunale Notunterkunft war mit maximal 40 Gästen belegt.

Der Diözesanverband stellte eine hauptamtliche sozialpädagogische Betreuungskraft. Über 30 ehrenamtliche Malteser aus den umliegenden Ortsgliederungen übernahmen den permanenten Wachdienst. Dieser endete Ende Februar 2017, da die Flüchtlinge auf Wohnungen der Gemeinde verteilt werden.

Die sozialpädagogische Begleitung und Integration wird seit März 2017 durch zwei Malteser-Mitarbeiterinnen fortgesetzt, einerseits in der Betreuung mehrere Familien im Gemeindegebiet, andererseits in der kommunalen Dauerunterkunft am Dreskamp.

Dort wurde zunächst das Außengelände neu angelegt und danach mit kreativen Projekten zur Integration begonnen, jeweils mit Unterstützung Ehrenamtlicher aus der Ortsgliederung Wallenhorst. Nachbarschaftstreffen (Foto) und ein "Internationaler Kaffeeklatsch" führen die Flüchtlinge mit der Bevölkerung zusammen.

Zur Flüchtlingshilfe in Wallenhorst

Im Dezember wurde der Ortsbeauftragte der Malteser Alfhausen, Johannes von der Haar, als ehrenamtlicher Flüchtlingsbeauftragter des Diözesanverbandes Osnabrück berufen. Seine Aufgabe ist es, die ehrenamtliche Flüchtlingsarbeit dauerhaft zu stärken. Dazu gehören die Zusammenarbeit mit den Behörden, Kirche und Caritas, repräsentative Aufgaben sowie die Vertretung in Fachgremien auf Bundes- und Diözesanebene. Dabei gilt es einerseits, vorhandene Malteser-Einsatzkräfte einzubinden, z. B. bei Integrationsprojekten oder durch eigene Angebote in den lokalen Jugend- und Erwachsenenverbänden.

Ein zweiter Schwerpunkt ist die Gewinnung und Einbindung ehrenamtlicher "Integrationslotsen" aus der Bevölkerung. Sie sollen nach dem Umzug in Dauerunterkünfte durch Sprachtraining, Begleitungen bei Behördengängen und der Arbeitsuche, bei der Organisation des Lebensalltags in der neuen Umgebung oder auch eine befristete Mitarbeit in gemeinsamen Projekten zur Eingliederung beitragen und so das soziale Miteinander fördern.

Daher begrüßen die Malteser auch die Öffnung der Bundesfreiwilligendienste für Flüchtlinge. Bürgerinnen und Bürger, die als Integrationshelfer oder auch im Sanitätsdienst und Katastrophenschutz mit Aufgaben in der Flüchtlingshilfe und Notfallvorsorge mitwirken möchten, können sich in der Diözesangeschäftsstelle informieren.

Telefon: 0541/95745-0

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Insgesamt waren die Malteser in Deutschland zum Stand Dezember 2016 an mehr als 100 Standorten in der Flüchtlingshilfe tätig - dabei werden täglich etwa 50.000 Menschen umsorgt. Jeden Tag sind etwa 1.500 hauptamtliche und 4.000 ehrenamtliche Mitarbeiter und Helfer im Einsatz. Nahezu täglich kommen der Betrieb zusätzlicher Einrichtungen, weitere Katastrophenschutz-Einsätze und neue ehrenamtliche Engagementfelder hinzu.

Hilfe in Deutschland...

Seit etwa 20 Jahren sind die Malteser im Bereich der Flüchtlingshilfe und Migration tätig: Der Schwerpunkt liegt auf der Unterbringung, Betreuung und Verpflegung von Asylsuchenden in Einrichtungen der Bundesländer in so genannten Erstaufnahmeeinrichtungen und Zentralen Unterbringungseinrichtungen (ZUE) sowie in kommunalen Unterkünften.

Um der Vielzahl an neuen Anfragen und Kapazitätsausweitungen nachkommen zu können, übernehmen die Malteser nun seit einigen Monaten auch aktiv den Betrieb von landeseigenen (dauerhaften, teils vorübergehenden) Notunterkünften.

...und weltweit.

Malteser International behandelt im Nahen Osten (Türkei, Libanon, Syrien, Irak) in Zusammenarbeit mit lokalen Partnern verletzte und erkrankte Vertriebene, verteilt überlebensnotwendige Hilfsgüter, Nahrungsmittel, Trinkwasser, Haushalts- und Hygieneartikel, Winterkleidung und baut Notunterkünfte auf. Zusätzlich wird eine medizinische Versorgung der Menschen in Feldhospitälern, Gesundheitszentren und mobilen Kliniken vor Ort sichergestellt.

Fachstelle Migration und Flüchtlingshilfe

Der Malteser-Bundesverband hat 2016 eine Fachstelle eingerichtet.

Ihre Ansprechpartner vor Ort:

Johannes von der Haar
Flüchtlingsbeauftragter
Tel. (05464) 1515
Fax (05464) 2233
E-Mail senden
Ludwig Unnerstall
Diözesangeschäftsführer
Tel. (0541) 95745-30
E-Mail senden

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Der Malteser Hilfsdienst e.V. ist Mitglied im Deutschen Spendenrat e.V.