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Malteser Osnabrück

Welthospiztag am 14. Oktober: Anerkennung für Hospizdienste

Veranstaltung zum Hospiztag in Twistringen

12.10.2017
Das Anerkennungssiegel
Das Anerkennungssiegel
Sonja Lenneke und ihre Puppen zogen das Publikum im Twistringer Rathaus  in ihren Bann
Sonja Lenneke und ihre Puppen zogen das Publikum im Twistringer Rathaus in ihren Bann
Die beiden Brüder als Hauptakteure bewältigten schließlich ihre erste Trauer
Die beiden Brüder als Hauptakteure bewältigten schließlich ihre erste Trauer

Köln. Kurz vor dem Welthospiztag am 14. Oktober hat die Koordinierungsstelle für Hospiz- und Palliativversorgung in Deutschland hat den Maltesern eine hohe Wertschätzung erwiesen. Sie hat den Maltesern die Berechtigung erteilt, eigene Projekte mit einem geschützten Erkennungssiegel zu kennzeichnen. Das Siegel darf nur von ausgewählten Organisationen verwandt werden und trägt den Schriftzug: „Initiative zur Umsetzung der Charta zur Betreuung schwerstkranker und sterbender Menschen in Deutschland und ihrer Handlungsempfehlungen“.

In dieser Charta verpflichten sich u. a. die Malteser, dass sie sich dafür einsetzen, ein Sterben unter würdigen Bedingungen zu ermöglichen. Insbesondere wirken die Malteser den Bestrebungen nach einer gesetzlichen Erlaubnis des Tötens auf Verlangen entgegen. Stattdessen soll für die sterbenskranken Menschen und ihren Angehörigen in der Gesellschaft eine Perspektive der Fürsorge und des menschlichen Miteinanders entwickelt werden. Der Tod und die Trauer sollen nicht verdrängt werden. Stattdessen ist dem Sterben und der Trauer als Teil des Lebens in Politik und Gesellschaft eine gebührende Aufmerksamkeit zu schenken.

Das Siegel soll die Charta und ihre Handlungsempfehlungen ins öffentliche Bewusstsein bringen. Es soll motivieren, eigene Ideen zur Umsetzung der Handlungsempfehlungen zu entwickeln und bekannt zu machen. Nur Vereinigungen aus dem Begleitgremium der Koordinierungsstelle, wie z. B. die Bundesärztekammer, die Deutsche Gesellschaft für Palliativmedizin oder der Deutsche Hospiz- und PalliativVerband dürfen das Siegel verwenden.

Franziska Kopitzsch, Leiterin der Koordinierungsstelle: „Die Malteser sind die einzige Organisation, die nicht im Begleitgremium der Charta sitzt und trotzdem das Recht zur Nutzung des Kennzeichens erhält. Die Malteser haben sich in den letzten Jahren außerordentlich für den Charta-Prozess engagiert. Darüber hinaus sind sie als überregionale Organisation Mitglied im Deutschen Hospiz- und PalliativVerband. Daher erhalten die Malteser ebenfalls die Berechtigung zur Kennzeichnung ihrer Projekte im Bereich Sterben, Tod und Trauer, die sich an der Charta und ihren Handlungsempfehlungen orientieren.“

Dirk Blümke, Leiter der Malteser Fachstelle für Hospizarbeit, Palliativmedizin & Trauerbegleitung: „Wir danken der Koordinierungsstelle für das Vertrauen, dass sie uns Maltesern entgegenbringt. Es ist für uns eine gute Motivation, beharrlich auf dem Weg weiter zu gehen, Menschen ein Sterben unter würdigen Bedingungen zu ermöglichen. Wir werden der Koordinierungsstelle regelmäßig berichten, für welche Maßnahmen, Projekte oder Initiativen wir das Siegel verwenden. So können diese in den Fortschrittsbericht aufgenommen werden, den die Koordinierungsstelle für Hospiz- und Palliativversorgung in Deutschland einmal im Jahr der Bundesregierung schickt.“ Die Koordinierungsstelle wird vom Bundesfamilienministerium gefördert.

Die Malteser betreiben bundesweit über 60 ambulante Hospizdienste für Erwachsene und ein Hospiz in Duisburg. Dazu kommen rund 35 Hospizdienste für Kinder und Jugendliche. Trauerbegleitungsangebote für alle Altersstufen gehören in der Regel zum Angebot der örtlichen Hospizdienste. An den über 100 Standorten sind es rund 3600 ehrenamtlich engagierte Malteser, die den sterbenden Menschen und ihren Angehörigen Zeit und Zuwendung schenken.

Malteser-Hospizdienste im Bistum Osnabrück gibt es in Twistringen und Alfhausen

Weitere Informationen unter:

http://www.malteser-hospizarbeit.de/hospizarbeit/ambulante-hospizarbeit-erwachsene.html
http://www.malteser-hospizarbeit.de/hospizarbeit/ambulante-hospizarbeit-kinder-und-jugendliche.html

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Veranstaltung zum Welthospiztag in Twistringen:

Wenn Kinder Kinder trösten

Twistringen. Anlässlich des Welthospiztages und im Rahmen einer Veranstaltungsreihe zum 60-jährigen Bestehen ihres Diözesanverbandes Osnabrück präsentierte der Malteser Hospizdienst Twistringen am vergangenen Sonntag ein Puppentheater zur Trauerarbeit.

Der Aktionstag des 1994 gegründeten ambulanten Hospizdienstes begann um 11 Uhr mit einer von der Gruppe mitgestalteten sehr gut besuchten Heiligen Messe in der katholischen Kirche St. Anna. Die Fürbitten wurden besonders für die von den Maltesern begleiteten Verstorbenen und Trauernden gehalten. Anschließend beantworteten mehrere Ehrenamtliche um die Koordinatorinnen Silke Meier-Sudmann und Michaela Jackowski zahlreiche Fragen zur Sterbebegleitung und Trauerarbeit.

Um 17 Uhr folgte im Rathaussaal das Figurentheater „Über die Trauer hinaus“. Die Künstlerin Sonja Lenneke inszenierte ohne Worte mit mimisch sehr authentischen Puppen die Trauer von zwei Kindern nach dem Tod eines Familienmitglieds. Der Kleine eher verzweifelt und in sich gekehrt, der große Bruder eher wütend und aggressiv. Jeder geht mit dem Verlust anders um. Ein Engel erscheint, reicht ein Taschentuch. Der Jüngere reicht es seinem Bruder, tröstet ihn. Nach und nach beginnen die beiden, sich wieder zu beschäftigen. Trauer wandelt sich in Kraft. Schließlich packen Sie eine Erinnerungskiste mit einem Kleidungsstück der Verstorbenen und machen sich damit, symbolisch mit einem Schiff, auf zu neuen Ufern.

50 Minuten ergriffenes Schweigen während der Vorstellung. Dann konnten die Gäste fragen stellen. „Da fehlt doch die tote Oma“, bemerkte ein kleiner Junge bei der Abschlusspräsentation der Puppen. Das war aber beabsichtigt. So kamen die Besucherinnen und Besucher ins Gespräch. Jeder hatte eine andere verstorbene Person vor Augen und fand sich in aktuellen oder vergangenen Trauerprozessen wieder.

„Erwachsene sollten ihre Trauergefühle nicht aus Fürsorge verstecken. Kinder spüren das. Sie brauchen Trost, können aber auch selbst gut trösten“, erläuterte Sonja Lenneke aus Erfahrung. Sie setzt ihre Puppen auch thera-peutisch ein.

Am Schluss waren sich alle einig: „Eine eindrucksvolle Geschichte, die als Hilfe allen zugänglich gemacht werden sollte, z.B. auch Schulklassen“, regte eine Besucherin an. Silke Meier-Sudmann freute sich über die positive Resonanz auf das Stück und den dadurch guten Hinweis auf die Bedeutung der Malteser-Trauerbegleitung. Weitere Ehrenamtliche für die Sterbebegleitung und Trauerarbeit sind willkommen. Telefon 04243/9703005

Weitere Informationen

Unser Spendenkonto: Malteser Hilfsdienst e.V.  |  Pax-Bank  |  IBAN: DE39370601201201215010  |  BIC / S.W.I.F.T: GENODED1PA7
Der Malteser Hilfsdienst e.V. ist Mitglied im Deutschen Spendenrat e.V.