Navigation
Malteser Osnabrück

„Den Tagen mehr Leben geben“ - 25 Jahre Hospizdienst

Beeindruckende Helferberichte

15.08.2019
Engel als Symbol der Hospizarbeit
Sie laden ein (v.l.): Franz-Josef Tremmel, Anette Ndiaye (stellv. Koordinatorin), Silke Meier-Sudmann und Petra Roeß (Trauercafé), Foto: Ulrich Brakweh

Twistringen. Mit einem Aufruf zum ehrenamtlichen Mitwirken startet unser ambulanter Hospizdienst nach den Sommerferien in die Vorbereitung seines Jubiläumsfestes zum 25-jährigen Bestehen.

Neben der Sterbebegleitung öffnen die Malteser seit 2012 das „Café in spe“ für Trauernde. Seit 2018 gibt das vom NDR geförderte Projekt „Gib mir ‘n kleines bisschen Sicherheit“ Schülerinnen und Schülern Einblicke in die ehrenamtliche Hospizarbeit sowie die Themen Sterben und Trauer.

Auf einer beeindruckenden Pressekonferenz am 15. August berichteten Ehrenamtliche über ihre Rolle in der Sterbebegleitung. „Wir können dem Leben nicht mehr Tage geben, aber den verbleibenden Tagen mehr Leben“, sehen die rund 20 Freiwilligen ihre soziale Aufgabe.

Das Angebot in der Öffentlichkeit bekannter zu machen, das ist auch Ziel der öffentlichen Veranstaltung am 19. Oktober rund um die St. Anna Kirche.

„In der Regel werden uns schwer Kranke und Sterbende durch Pflegedienste, Heime und Krankenhäuser vermittelt. Angehörige suchen uns nur selten auf, auch weil man sich scheut, sich in der letzten Lebensphase rechtzeitig mit dem Sterben und der möglichen Entlastung durch einen Hospizdienst zu befassen“, beschreibt die hauptamtliche Koordinatorin Silke Meier-Sudmann ein aktuelles Problem. So werden die Malteser, die seit Jahren unter anderem mit stationären und ambulanten Einrichtungen, Fachärzten, Seelsorgern und dem Palliativstützpunkt in Sulingen vernetzt sind, leider oft erst in den letzten Tagen in Anspruch genommen.

Hierzu machte Hospizhelfer Franz-Josef Tremmel Mut. Er hat über vier Jahre durch regelmäßige Besuche, erst daheim und zuletzt im Krankenhaus, einen gleichaltrigen Mann begleitet. Daraus entstand eine echte Freundschaft - bis zum Schluss. „Als mir der Erkrankte im Schmerz sagte, jetzt möge der Herrgott ihn holen, habe ich ihm versprochen: Ich begleite dich bis vor die Tür!“

Von solchen bewegenden Geschichten berichten die Ehrenamtlichen in der Jubiläumsbroschüre, am Festtag auch persönlich und an Erlebnisstationen. Der Tag wird mit dem Tanztheater „Siris Reise“ abschließen, zu dem die 9. und 10. Klassen des Gymnasiums ein Schulprojekt mit Autorin Karin Grabenhorst durchgeführt haben. Ein Ergebnis ist ein Stop-Motion-Video, eine Art Daumenkino, zu den Themen Sterben, Trauer und Hoffnung, das an diesem Tag präsentiert wird. Das komplette Veranstaltungsprogramm wird im Vorfeld veröffentlicht.

Bereits jetzt werben wir für ein ehrenamtliches Engagement in der Sterbebegleitung. Mitte September startet der nächste Vorbereitungskurs. Über neun Monate werden abends und an Wochenenden in Theorie und Praxis die von den Krankenkassen anerkannten Kenntnisse und Fertigkeiten vermittelt. „Interessierte sollten einfühlsam und geduldig sein, besonders aber gut zuhören und sich selbst zurücknehmen können. Wir leisten keine Pflege, sondern schenken Zeit“, erläutert Silke Meier-Sudmann. Auf regelmäßigen Gruppentreffen mit Supervision werden die Begleitungen kollegial beraten. Außerdem gibt es bedarfsgerechte Fortbildungen, aktuell zum Thema Demenz.

Interessierte können unter 04243/9703005 ein Informationsgespräch vereinbaren.

Bericht Kirchenbote 25. August 2019

Mehr zur Hospizarbeit

Weitere Informationen

Fan werden!

Unser Spendenkonto: Malteser Hilfsdienst e.V.  |  Pax-Bank  |  IBAN: DE39370601201201215010  |  BIC / S.W.I.F.T: GENODED1PA7
Der Malteser Hilfsdienst e.V. ist Mitglied im Deutschen Spendenrat e.V.